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Betreute Promotionen

Dies ist eine Übersicht über die laufenden Promotionsprojekte, die derzeit betreut werden.

1.Katja Reetz (Greifswald):
»Andreas Gryphius: Mumiae Wratislavienses - Edition, Übersetzung, Kommentar« (Erstbetreuung) (gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes)

Das Projekt „Andreas Gryphius: Mumiae Wratislavienses - Edition, Übersetzung, Kommentar“ versteht sich als Beitrag zur literatur- und wissenschaftsgeschichtlichen Grundlagenforschung: Mit der Edition und Übersetzung der Mumiae Wratislavienses, einem wissenschaftlichen Traktat über die Sektion einer ägyptischen Mumie im Jahre 1658, stellt es der Frühneuzeitforschung einen seinerzeit viel rezipierten Text bereit, der bisher in keiner Neuedition vorliegt und darum von der Forschung kaum berücksichtigt wurde. Über die Bedeutung für die Gryphius-Forschung hinaus wird eine ausführliche Kommentierung wichtige Anstöße zur Erforschung des Verhältnisses von Wissenschaften und Künsten des 17. Jahrhunderts geben, indem sie das Mumienwissen im Kontext einer frühneuzeitlichen Poetik des Wissens diskutiert und Erklärungsansätze für die Beziehung von faktischem und literarischem Wissens bietet. Gleichzeitig wird das diskursanalytisch angelegte Projekt Ergebnisse bereitstellen, die für die Medizin- bzw. Pharmaziegeschichte und Theologie ebenso relevant sind, wie für die wissens- und kulturhistorische Erforschung von Wissenstransfer und Wissensvermittlung zwischen Europa und dem Vorderen Orient.

2.Joanna Janicka-Lont (Greifswald):
»Deutsch Polnische Literaturbeziehungen nach 1989« (Erstbetreuung)

Ich werde Bücher deutscher Autoren analysieren, die in Polen ein Stipendium hatten und sich in längerer Zeit Polen und polnische Kultur beobachten konnten und sich ihrer annähern. In meiner Arbeit werde ich auch polnische Autoren berücksichtigen und Themen, die in ihren Werken vorkommen und die mit Deutschland verbunden sind. Polnische Literatur entsteht nach der Wende nicht nur in Polen. Ein großer Teil der polnischen Kultur ist mit der Emigration verbunden und Deutschland ist nach wie vor ein Migrationszielland für Polen. Aufregende und rasante Entwicklung auf dem Kulturmarkt in beiden Ländern ist nach 1989 mit Hilfe von vielen Stiftungen, Förderungen und sogar Austausch auf Büchermesse in Leipzig unterstützt und gefördert. Deutsch-polnische Literaturbeziehungen sind nach dem politischen Umbruch in Polen und in Deutschland lebendig und offen geworden, da die „Mauer“ in der Einstellung zur Literatur mehrsprachiger Autoren aufgebrochen wurde.

3.Stefanie Retzlaff M.A. (Erfurt/Berlin):
»Poetologien der Fallgeschichte in Wissensdiskursen zwischen 1660-1770« (Zweitbetreuung)

Das Projekt nimmt die Fallgeschichte als spezifisches Darstellungsmedium in den Blick und fragt nach den narrativen und rhetorischen Strategien und Verfahrensweisen, die konstitutiv sind für die Produktion von Wissen über den Menschen. Eine transdisziplinäre und transphilologische Perspektive auf journalistische, wissenschaftliche und literarische Textformate, die im Umfeld der Diskurse von Medizin und Recht situiert sind, soll Aufschluß geben über epistemologische Fragen sowie über die disziplinenübergreifende Wirkmächtigkeit des Narrativierens von Fällen. Der Fokus auf Falldarstellungen zwischen 1660 und 1770 ist insofern besonders interessant, da die Systeme von Literatur und Wissenschaften noch nicht vollständig ausdifferenziert sind und das Inventar beider in der fallbasierten Darstellung überhaupt erst bereit gestellt wird.


„The Poetics of Case Narratives in Scientific and Literary Discourse between 1660 and 1770“

The project focuses on the case study as a specific medium of representation. It investigates narrative strategies as well as rhetorical modes of textual organization which are a pre-condition for the production of knowledge. A transdisciplinary and transphilological perspective on different journalistic, scientific and literary text formats and genres linked to the discourses of medicine and law seeks to develop a historical understanding of the epistemologial principles and the constituent technologies of the narration of cases. The focus on varieties of case narration between 1660 and 1770 is illuminative, because in that period the systems of literature and science are not yet differentiated and the inventory for both spheres is still being established.

4.Stefan Tetzlaff (Münster):
»Zur Heterotopie in Romantik und Realismus« (Co-Betreuung)

Im Zuge des ‚Spatial Turn’ rückt die Frage nach Raumkonstellationen auch in
den Mittelpunkt literaturwissenschaftlichen Interesses. Speziell Michel
Foucaults Konzept der Heterotopie dient dabei zwar immer häufiger als
topoanalytischer Angelpunkt, bleibt jedoch insofern im Bereich der
Motivforschung, als meist die von Foucault angebrachten Beispiele als solche
in narrativen Texten gesucht werden.
Am Gegensatz von Romantik und Realismus soll ein genuin
literaturwissenschaftlicher Heterotopie-Begriff erarbeitet und gezeigt werden,
dass sich (1) heterotope Räume über abstrakte Strukturmerkmale fassen lassen
und im Zuge dessen (2) Texte beliebige Räume als Heterotopien entwerfen
können. So soll der heterotope Raum als Verfahren literarischer Texte gezeigt
werden, das auch trotz kategorialer Verschiedenheit wie der von romantischen
respektive realistischen Schreibweisen über konstante Aspekte beschreibbar und
für die Analyse literarischer Texte nutzbar gemacht werden kann.

Due to the ‘Spatial Turn’ configurations of diegetic space within narrative
texts become increasingly crucial to literary studies. Particularly, Michel
Foucault’s concept of Heterotopias serves as a prominent reference point for
topoanalysis. Nevertheless, the approach is in most cases resigned to the
search for motifs.
Juxtaposing Romanticism and Realism in German Literature provides a
contrastive matrix to elaborate Heterotopias as, (1) constituted by structural
features, and therefore, as, (2) text-defined. Thus Heterotopias become
comprehensible as literary devices, which can produce any sphere of diegetic
space as ‘other space’ – without regard to motivic pre-imprinting by Foucaults
particular examples from the realm of experience.


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Petra Westphal

Rubenowstraße 3
Raum 2.12
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Tel.: +49 (0)3834 86-3404
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Letzte Änderung: 25.03.2013 11:14
Verantwortlich: Christina v. Rabenau


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