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Exkursionen


Der Lehrstuhl für Nordische Geschichte unternimmt Exkursionen nach Skandinavien. Zweck der Exkursionen ist es, den Studenten alltagsnah und greifbar die nordische Geschichte aufzuzeigen. Durch Vorträge der Studenten und begleitenden Dozenten soll ein Einblick in die Geschichte Skandinaviens und Finnlands ermöglicht werden. Hierbei sollen die Studenten jedoch auch ihren kulturellen Horizont erweitern können.

Eine Übersicht der Exkursionen, mit Fotos und Berichten finden Sie auf dieser Seite.

- September 2009: Gotland (Schweden)
- September 2010: Nordjütland (Dänemark)
- September 2011: Östergötland (Schweden)


Der Hafen von Motala

Exkursion nach Östergötland

Vom 19.-24. September 2011 erkundeten 19 Geschichtsstudenten Östergötland.

Die südschwedische Landschaft, zwischen Vättern und Ostsee, bietet Zeugnisse der schwedischen Geschichte vom Mittelalter bis in die Neueste Zeit.

Während der erste Tag noch der Anreise gewidmet war, gab es schon am nächsten Tag viel zu sehen und zu erfahren. Zunächst wurde Gränna und das Museum mit einer Ausstellung zu Salomon Andrée, der 1897 mit einem Ballon eine Nordpolexpedition unternahm, besucht. Danach wurde die Insel Visingsö erkundet, die neben dem Brahehus und einem wikingerzeitlichen Gräberfeld auch noch die Burgruine Näs zu bieten hatte. Die Insel war mit ihrer Burg im Mittelalter lange Zentrum der königlichen schwedischen Herrschaft. Einige Könige fanden hier ihren, nicht immer friedlichen, Tod.

Am dritten Tag wurden das Schloss und die Klosterkirche in Vadstena besucht. Hier gründete Birgitta († 1373), die einzige kanonisierte Heilige Schwedens, ihren Orden, dem sowohl Mönche als auch Nonnen angehörten. Zudem wurden das Kloster Alvastra und der Röksten, der wohl bekannteste und mit der längsten Inschrift versehene Runenstein, besichtigt.

Der folgende Tag galt der Stadt Linköping, ihrer noch jungen Universität und ihrem Dom. Außerdem stand mit Vreta das älteste schwedische Zisterzienserkloster, dessen Gründung auf spätestens 1110 datiert, auf dem Programm.

Am fünften Tag wurden Motala, der Götakanal und Bjälbo erkundet. Der ab 1810 gebaute Göta-Kanal, der zusammen mit dem Trollhätte-Kanal und dem Göta älv eine 390 km lange Wasserstraße bildet, verbindet die Ostsee mit dem Kattegat. Dabei werden 58 Schleusen passiert und ein Höhenunterschied von bis zu 88 m überwunden. In Bjälbo war der Stammsitz der Folkunga-Dynastie, die Schweden von 1250 bis 1364 regierte.

Am letzten Tag der Exkursion stand nicht nur die Rückfahrt an, sondern auch noch eine Besichtigung der alten Universitätsstadt Lund mit Dom, der noch aus der dänischen Zeit Schonens stammt.

Damit endete eine spannende und interessante Exkursion, die den Teilnehmern mehr als nur einen Einblick in die Geschichte der schwedischen Provinz Östergötland bot.

Max Naderer

Gotländische Strandidylle

Gotland (09.-16. September 2009)

Im September 2009 nutzten 19 Greifswalder Geschichtsstudenten die Möglichkeit, an einer Exkursion des Lehrstuhls für Nordische Geschichte auf die Insel Gotland teilzunehmen. Die zweitgrößte Ostseeinsel war im Laufe der Zeit immer wieder Schauplatz geschichtlicher Ereignisse, die von der Völkerwanderung über die Hansezeit und dem Kalten Krieg bis in die Gegenwart reichen.

Während der erste Tag der Exkursion lediglich der Anreise diente, wurde schon der nächste Tag zur Erkundung der Insel genutzt. Auf der nördlich angrenzenden Insel Fårø wurden zuerst die Raukars, einzigartige und eindrucksvolle Kalksteinsäulen besichtigt. Der Kalksteinexport war ein wichtiger Wirtschaftszweig Gotlands. Der dritte Tag galt der Erkundung Visbys sowie dem Besuch der dortigen Universität, der Högskolan på Gotland. Visby war schon in der Wikingerzeit ein wichtiger Handelsknotenpunkt im Ostseeraum und konnte diese Stellung bis zur Hansezeit verteidigen.

In den folgenden Tagen wurden verschiedene Landkirchen, zum Beispiel jene in Martebo oder auch die Kirche nebst Kastal von Lärbro besichtigt. Weitere Höhepunkte waren dabei das 1164 von Zisterziensermönchen gegründete Kloster in Roma, das heute für Theateraufführungen genutzt wird und die im Volksmund „Graue Gans“ genannte Steinkirche von Öja, die neben einer Wandmalerei aus dem 15. Jahrhundert das Öjakruzifix, Gotlands meistbewunderte Holzplastik, aus dem Jahre 1275 beherbergt. Neben den sakralen Bauten, die vornehmlich aus der dänischen Zeit Gotlands stammen, gibt die Insel auch Zeugnisse aus der vorchristlichen Zeit. So unter anderem die Schiffssteinsetzung von Domarlunden und Tjelvars grav, nur zwei von 350 Grabstätten mit einem Alter zwischen 2500 und 3000 Jahren. Ebenso bedeutend sind auch die Bildsteine bei Änge in Buttle. Insgesamt wurden auf Gotland und an benachbarten Küsten sowie Öland 442 dieser Bildsteine aus der Wikingerzeit gefunden.
Ein weiterer Programmpunkt war die Torsburgen, die größte vorgeschichtliche Burganlage in Skandinavien, im Südosten der Insel. Die Mauer der Burganlage, die schon in der Gotensaga Erwähnung fand, wurde bereits im 4. Jahrhundert angelegt. Ebenso fanden auch die Reste der nicht mehr erhaltenden Visborg, die vom König der Kalmarer Union, Erich von Pommern, in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet wurde, besondere Aufmerksamkeit.
Ein Grillabend am letzten Tag bildete das Ende der überaus interessanten Exkursion, die den Greifswalder Studenten einen tiefen und nachhaltigen Einblick in die Geschichte der historischen schwedischen Provinz Gotland möglich machte.
(Text von: Matthias Felber)

Ruine in Visby

Teilnehmer in der Diskussion

Blick auf die Ostsee


Letzte Änderung: 25.03.2013 11:14